Teamzeitfahren Gerolstein 2009 - Wettkampfbericht von pumuggel                                 Datum: 16.05.2009                                                                                           Ort: Gerolstein Typ: Mannschaftszeitfahren (Mixed) Distanzen: 30,59 km Witterung: ca. 15 Grad, bewölkt, trocken Link: Gerolsteiner Radsport Festival ZEIT: 0:48:14 Bericht Eigentlich wollte ich dieses Jahr gar nicht am Teamzeitfahren teilnehmen, da ich für das vorhergehende Wochenende den Mainz Marathon geplant hatte. Aufgrund meiner krankheitsbedingten Trainingsausfälle musste ich den Marathon jedoch streichen und Kommissar Zufall wollte es, dass ich mich während des Trainingslagers auf Mallorca von Bekannten zu der Teilnahme in einem Mixedteam überreden ließ. Ganz wohl war mir bei der Sache nicht, da ich mit Abstand die Schwächste im Team war und die Teamkollegen nach ihren Überredungskünsten mit ihren Treppchenambitionen herausrükten *schock*. Ich sah mich vor meinem geistigen Auge schon kurz nach dem Start am ersten Anstieg vom Team abgehängt alleine meine Runde drehen und verfluchte mich selbst, dass ich mich habe überreden lassen. Da wir aber bereits angemeldet waren und ich zu meinem Wort stehe, trafen wir uns am 10.05. zum gemeinsamen Üben der Wechsel im Aartal. Einige im Team bekräftigten ihre Treppchenambitionen, woraufhin ich ziemlich "verschnupft" reagierte und meinen Standpunkt sehr deutlich machte, nicht als Alibistarterin mitreisen zu wollen (es müssen ja nur 3 von den 4 Startern ins Ziel kommen). Es wurde eine gemeinsame Strategie entwickelt, wie man mich "mitziehen" könnte. Pepper.salt wurde dazu auserkoren, darauf zu achten, dass ich nicht verloren ginge und mich im Notfall wieder ans Team heranzufahren. Am Berg sollte ich vorne alles geben, der Rest würde hinter mir bleiben und oben angekommen dürfte ich mich erstmal im Windschatten ausruhen - soweit sogut. Ich fühlte mich etwas beruhigter und reiste am Wettkampftag in der Gewissheit an, zumindest 2/3 der Strecke am Team dranbleiben zu können. Es war recht frisch und die Sonne wollte sich nicht blicken lassen , es blieb aber zumindest trocken. Wir alle waren ob der recht frostigen Temperaturen bekleidungsmäßig nicht optimal vorbereitet und so fröstelten wir beim Einfahren fröhlich vor uns hin. Das Einfahren war für mich recht knackig und ich ließ etwas kleinlaut anmerken, dass ich bei dem Tempo selbst im Windschatten keine 5km dranbleiben könnte. Nach dem Einfahren war ich schon ziemlich platt und meine Beine bleischwer. Mein ausgeschaltet geglaubtes ungutes Gefühl kroch wieder aus den Tiefen meiner Gehirnwindungen hervor und machte sich lautstark bemerkbar. Eine nette Ablenkung bot da nur whynot, der kurz vor dem Start noch ein Gruppenfoto von uns machte. Endlich war es soweit und wir reihten uns in der Schlange der wartenden Teams ein. Ich wollte mich von einem Starthelfer festhalten lassen, die anderen aus meinem Team nicht. 30 Sekunden vor dem Start ließ mich mein Helfer plötzlich los, ich fiel nach links und hätte fast noch mein gesamtes Team zu Fall gebracht. Die Sekunden tickten unaufhörlich weiter, wir versuchten uns neu aufzustellen und ich nahm mir noch die Zeit meinen "Festhalter" anzuschnautzen. Die letzten Sekunden piepsten und nun ging es los. Ich gab wirklich alles und "flog" für meine Verhältnisse den Berg hoch. Oben angekommen fluchte hinter mir "Anke`s Schwester", ich drehte mich um, fuhr irritiert langsamer weiter, nahm noch wahr, dass ihre Kette abgesprungen war und da rief pepper.salt mir auch schon zu, ich solle weiterfahren. Klar, die 3 hätten mich ja in null Komma nix wieder eingeholt. Der Plan, mich nun im Windschatten ausruhen zu können, war geplatz und ich kämpfte mich gegen den Wind alleine vorwärts. Die Beine wurden immer dicker, ich schaute mich mehrfach um und endlich, da sah ich die 3 weit hinter mir. Ich nahm an, dass es noch etwas dauern würde, bis sie zu mir aufgeschlossen hätten, nahm das Tempo etwas heraus und in diesem Moment schossen die 3 auch schon an mir vorbei. Ich war völlig überrumpelt und versuchte mich heranzukämpfen, was ein hoffnungsloses Unterfangen war. Wie besprochen, ließ pepper.salt sich zurückfallen, um mich wieder heranzufahren. Meine Oberschenkel machten völlig zu, ich konnte das Tempo nicht mehr halten und rief den anderen zu, dass sie fahren sollten - ohne mich. Ich nahm das Tempo heraus, überlegte ein Sekündchen lang, ob ich alleine weiterradeln sollte und entschied mich recht schnell dagegen. Ich drehte um, fuhr gemähchlich Richtung Start zurück, wurde dabei noch Zeuge eines üblen Sturzes (dem Fahrer ist wohl trotzdem glücklicherwiese nicht viel passiert) und rollte locker am Ziel vorbei. Dort traf ich zum wiederholten Male whynot mit seiner Freundin. Ich gab ein kurzes Statement ab und nahm mein erstes DNF einigermaßen gelassen hin. "Mein Team" kam nach 48 Minuten und 14 Sekunden ins Ziel und belegte damit den 6. und vorletzten Platz. Mein Fazit: Das Teamzeitfahren ist eine schöne Sache, aber bitte entweder in einem leistungsmäßig homogenem Team oder mit Gleichgesinnten, denen das gemeinsame Ankommen wichtiger ist, als eine Platzierung. Der Tag war trotzdem nett, aber für 10 Minuten Rennteilnahme doch etwas teuer.