NEROMAN 2010 - Wettkampfbericht von whynot                                                          Datum: 25.04.2010                                                                                           Ort: Neroberg Wiesbaden Typ: Volkstriathlon Distanzen: 0,5 - 20 - 5 Witterung: ca. 19 Grad, sonnig, trocken Link: LC Olympia Schwimmen: 0:10:55 Radfahren: 1:13:51 Laufen: 0:37:57 TOTAL: 2:02:43 Vorbereitung Habe ich über die Vorbereitung zum Neroman 2009 noch den Mantel des Schweigens gedeckt, dann müsste ich dieses Jahr jegliche Erwähnung unterlassen. Eine Vorbereitung fand schlicht und ergreifend nicht statt. Dazu kam noch eine Verletzung, die ich mir 2 Woche vor dem Wettkampf bei einem Hallenfußballturnier zugezogen hatte. Alles in allem also weniger als wenig, was man als Vorbereitung titulieren könnte... Der Tag vor dem Wettkampf Durch die Jahre wurde ich ja ein "alter Hase". Daher war der Tag davor auch sehr ruhig und verlief eigentlich wie jeder andere Tag auch. Einzig mein MTB brauchte Fürsorge, und so habe ich ihm endlich ein wenig Pflege angedeihen lassen. Allerdings: sowas wie Vorfreude wollte einfach nicht aufkommen. Der mangelhafte Trainingszustand, der Rücken, der noch immer Probleme macht... Naja, wird schon. Wettkampftag - der Morgen Im Gegensatz zu den Vorjahren musste mich kein Wecker aus süßen Träumen reissen. Im Gegenteil: ich wurde sogar 30 Minuten vor dem lästigen Piepsen des Weckers wach. Eigentlich ein gutes Zeichen ! Der Rucksack mit den Utensilien ist schnell gepackt. Letztes Jahr hatte ich mir nach dem Triathlon einen speziellen Anzug zugelegt, der jetzt endlich seine Bewährungsprobe erhält. Soll ich ihn nochmal anprobieren, ob er überhaupt passt ?! Ein prüfender Blick auf die wachsende Rundung um den Bauchnabel herum lässt mich ein wenig zweifeln, ob ich den Triathlonanzug denn nicht hätte eine Nummer größer kaufen sollen. Aber egal - da quetsche ich mich schon rein ! Zur Sicherheit nehme ich aber meine gefürchtete bunte Radlerhose mit, die in den vergangenen Jahren immer wieder zu Beifallsstürmen (oder Mitleidsbekundungen ?!) gesorgt hat. Dazu noch ein paar Riegel in den Rucksack, und schon kanns losgehen. Wettkampftag - vor dem Start Die Anfahrtsstrecke ist ja bekannt, und wie jedes Jahr ziehen bereits einige Wettkämpfer ihre Runden, bevor ich an der Strecke auftauche. Selbst der Streckenposten scheint mich schon zu kennen und begrüßt mich mit einem "dieses Jahr auch wieder später, wie letztes Jahr ?". Dazu prescht plötzlich clanless an mir vorbei und wird durch mein lautes Rufen gestoppt. Gemeinsam pedalieren wir gemächlich Richtung Start, holen uns die Startunterlagen ab und bereiten uns mental auf den Wettkampf vor... Bei der Startausgabe steht Conny aus dem Rennrad-Forum. Ahh, das erste Highlight an diesem Tag ;-)... Bei den Startunterlagen finde ich einen Buff. Nettes Geschenk des Veranstalters. Sowas kann man ja immer gebrauchen. Als clanless und ich uns in die Schlange der Starter einreihen, die vor dem Schwimmbad auf ihren Check und Einlass warten, gesellt sich faulenzer dazu. dontpanic haben wir vorher schon begrüßt, und auch bambam und jenny haben den Weg gefunden. Die Truppe ist also vollzählig ! Der Test des Helmes und des Rades verlaufen dieses Jahr unspektakulär. Zum ersten mal gibt es nichts zu bemängeln ! Dann bin ich endlich drin, suche mir ein Plätzchen für mein Rad und bemerke dann, daß ich meinen Anzug noch nicht trage und noch "normal" gekleidet bin. Da ich weit vorne am Rand stehe, und einige begeisterte Fans ihren meist männlichen Partnern zuwinken, stehe ich etwas verlegen da. Aber was hilfts ? Also runter mit den Klamotten, und dann schnell in den (zum Glück noch passenden) Triathlonanzug geschlüpft. Und kaum bin ich in mein feinstes Wettkampf-Zwirn geschlüpft, steht auch schon unsere Fan-Gruppe am Rand und jubelt uns zu: pumuggel, Angela und Anette haben wirklich den Weg gefunden, und versprechen uns, durch lautes Jubeln für eine entsprechende Motivation zu sorgen. Na, wenn diese adrette Fan-Gruppe nicht die nötigen Zehntel aus einem herauskitzelt ?! Dann gehts, wenige Minuten vor dem Start, zum Becken und zur Einweisung. Und schließlich stellt sich doch noch sowas wie Anspannung oder Lampenfieber ein... der Wettkampf Die Wettkampfeinweisung ist locker wie immer. Ein paar Änderungen gibt es aber: die langsamen Schwimmer starten dieses Jahr auf der hinteren Bahn, und die Laufstrecke wird im Uhrzeigersinn gelaufen. Schimmen:  Das Wasser ist kalt wie immer, aber nach ein paar kräftigen Schwimmstössen ist das schnell vergessen. Meine Taktik ? Bewährt hat sich, das Feld erstmal ziehen zu lassen, um dann alles von hinten aufzurollen. Das wird auch dieses Jahr so sein, wobei ich mir aufgrund des geringen Trainings vornehme, mich auf keinen Fall zu schnell zu verausgaben und genau darauf zu hören, was mein Körper mir sagt. Also warte ich geduldig, nachdem der Starter das Rennen freigegeben hat, und lasse die anderen vor. Aber - das wollen wohl einige. So hängen, gefühlte Minuten, etliche Starter am Rand und warten, bis endlich alle gestartet sind. Irgendwann wirds mir dann zu bunt, und ich lege los. Allerdings bin ich jetzt schon mittendrin, und bekomme etliche Tritte ab. Okay, es läuft nicht so wie gewünscht. Ich will aber auch nicht an den Schwimmern vor mir vorbei, weil mich das schlicht zuviel Kraft kosten würde. Nur, die sind ja soooo langsam, daß ich einige male stoppen muss. Irgendwie eine komische Situation. Also raffe ich mich auf, und ziehe an der Gruppe vorbei. Zufrieden bemerke ich, daß die Spitze nicht weit weg ist, und irgendwie auch nicht richtig davon ziehen kann. Mehr als 10 - 20 Meter Vorsprung haben sie nie, und so schwimme ich gemächlich und kräftesparend meine Bahnen. Kaum aus dem Becken heraus und die Treppe hochgelaufen, empfängt mich schon unser Fan-Club mit aufmunternden Rufen. Trotzdem: irgendwie geht einfach nichts. Im Gegensatz zu den letzten Jahren trabe ich gemächlich den Anstieg zur Wechselzone hinauf, lasse mir Zeit beim Abtrocknen, werfe mir noch ein Trikot über, weil es etwas frisch geworden ist, und schiebe dann mein Rädchen durch die Wechselzone auf die Radstrecke. Radfahren: Die Radstrecke steigt die erste 30 Meter an, und ich beschließe, diese kurze Strecke schiebend zu bewältigen. Danach gehts bergab, um dann, nach einer scharfen Linkskurve, wieder steil bergan zu gehen. Da ich weiß, daß ich kaum Kraft habe, schalte ich schnell die Gänge hinunter und schleiche den Anstieg hinauf. Viele überholen mich bereits hier, was zugegeben etwas an meinem Selbstbewußtsein nagt, und am nächsten Anstieg ist bereits jenny hinter mir. Auch sie zieht an mir vorbei, und wird von mir auch nicht mehr gesehen. Schnaufend erreiche ich die asphaltierte Straße und schleiche den kurzen Anstieg hinauf. Als ich den höchsten Punkt erreiche schalte ich hoch, gebe etwas Gas, und flitze die angenehm zu fahrende Straße entlang. Hier rollt es einigermaßen, aber das ist auch das einzige Stück, das ich als angenehm empfinde. Ansonsten ist die Strecke für mich eine Tortur. Besonders die Anstiege gehen mir schnell auf die Oberschenkel, und das kurze Stück am tiefsten Punkt der Strecke hat leider eine so ungünstige Steigung für mich, daß ich hier jedesmal innerlich kräftig fluche. Aber was solls, ich muss da durch. Also suche ich mir Gänge, die für mich noch einigermaßen angenehm zu fahren sind, und quäle mich Meter um Meter voran. Als es dann endlich in den Schlußanstieg geht, ist das für mich fast eine Erlösung. Endlich eine richtige Steigung, in die man sich reinbeißen kann. Oben angekommen spüre ich, daß die Beine etwas besser werden. Aber auch dieses positive Gefühl verfliegt schnell wieder, als ich erneut am tiefsten Punkt ankomme und meine "Quälstrecke" bewältigen muss. Die Beine signalisieren mir hier bereits, daß sie keinerlei Lust haben, dieses Stück zu fahren, und nur einer kräftigen innerlichen Schimpftirade ist es zu verdanken, daß sie sich doch bequemen, den Rest der Steigung zu bewältigen. Quälend ist dann nochmal das letzte Stück, als es von der Straße in den Wald geht, und dort nach einem kurzen Bergabstück wieder ein Anstieg zu verkraften ist. Zum Glück habe ich hier soviel Schwung (das leichte Übergewicht hat also durchaus auch seine positiven Seiten), daß ich nur ein kurzes Stück kräftig in die Pedale treten muss. Dann gehts wieder bergab, eine scharfe Rechtskurve und zurück auf die asphaltierte Straße. Dieser Schlussanstieg hats dann aber nochmal in sich und quetscht die letzten Körnchen aus meinen bereits schlappen Beinen heraus. Nur - wenn die Beine hier schon müde sind, was wollen sie dann noch auf der Laufstrecke bewerkstelligen ?!   Laufen:  Das Wechseln der Schuhe verschafft mir eine kurze Pause, die meine Beine dankend annehmen. Da mir mittlerweile sehr warm ist, werfe ich das Trikot über die Radschuhe und starte durch. Dumm nur, daß im Trikot mein Gel war, das ich mir zum Puschen aufgehoben hatte. Und das merke ich erst, als ich bereits 300 Meter gelaufen bin. *seufz* egal, wird schon irgendwie gehen. Der erste Verpflegungsstand ist dann mir. Meine Wunsch nach EPO oder einer ähnlichen Substanz kommt keiner der Helfer nach. Also muss ich mich auf meine verbliebenen Körperkräfte verlassen... schade... Ich hatte erwartet, daß mir das Laufen dieses Jahr leichter fallen würde, da ich trotz Eis und Schnee einige male im Wald unterwegs war. Aber - auch hier zeigen mir meine Beine schnell, daß sie nicht gewillt sind, die Laufstrecke ohne entsprechende Motivation zu bewerkstelligen. Die Motivation steht dann an der Laufstrecke in Form von pumuggel, Angela und Anette. Das puscht nochmal, aber leider verfliegt der Effekt genauso schnell am nächsten Anstieg wieder. Öfter als gewünscht verfalle ich in einen langsamen Trab. Hinzu kommt, daß ich clanless sehr schnell treffe, der bereits auf dem Rückweg ist und gleich das Ziel erreicht hat. Kurze Zeit später kommt mir dann faulenzer entgegen, der offensichtlich ebenfalls eine gute Zeit hinlegt. Ich quäle mich Meter für Meter vorwärts, zähle in Gedanken die Schritte und versuche zu errechnen, wieviele Schritte ich noch bis ins Ziel benötige. Das Ergebnis ist aber sehr ernüchternd, und so schiebe ich jeglichen sinnvollen Gedanken schnell zur Seite. Danach ist gähnende Lehre in mir, sowohl im Kopf als auch in den Beinen. Läufer um Läufer zieht an mir vorbei, und jeglicher Versuch, sich in den Windschatten zu klemmen, wird bereits im Ansatz von meinen Beinen erstickt. Ich laufe meinen Trott, versuche nicht mehr in einen Trab zu verfallen und sehne ansonsten nur noch das Ziel herbei. Auch ein Zielsprint ist dieses Jahr einfach nur illusorisch. Immerhin empfängt mich am Ziel bereits die Fan- Gruppe mit den anderen Startern und feuert mich auf den letzten Metern an. So taumle ich gekonnt ins Ziel und bin heilfroh, den Wettkampf endlich beendet zu haben... Fazit Es war dieses Jahr extrem schwer und eher ein Sieg des Willens. Der Wettkampf hat mir aber gezeigt, wie wichtig Training ist und wie schnell ein guter Trainingsstand wieder verloren ist.   Die Organisation war, wie jedes Jahr, ausgezeichnet. Auf diesem Wege geht ein großer Dank an die Organisatoren und Helfer. So machen Wettkämpfe einfach Spaß !   clanless bei den ersten Vorbereitungen Letzte Taktikbesprechungen letzte Vorbereitungen kurz vor dem Ziel, schon sichtlich gezeichnet (Quelle: LC Olympia)