Mainzer City Triathlon 2010 - Wettkampfbericht von pumuggel
Datum: 01.08.2010
Ort: Mainz
Typ: Kurzdistanztriathlon
Distanzen: 1,2 - 44 - 10
Witterung: schwüle 27 Grad, wolkig
Link: City Triathlon Mainz
Schwimmen:
0:19:52
Radfahren:
1:38:04
Laufen:
0:53:40
TOTAL:
2:51:36
Bericht
Die zweite Kurzdistanz innerhalb von 8 Tagen stand bevor. Bei gerade mal 3 Triathlonstarts in diesem Jahr eine denkbar
ungünstige Zeitplanung.
Die ganze Woche hatte ich mit den Nachwirkungen vom ChurFranken Triathlon (schwere Beine, verkrampfte Oberschenkel- und
Wadenmuskulatur) zu kämpfen. Antreten wollte ich aber in jedem Fall, denn der Fährstart ist einfach einzigartig. Ich schwankte
zwischen 2 Möglichkeiten: a) ein Koppeltraining aus dem Wettkampf machen, b) schauen was geht und notfalls aussteigen. Mit
einer Zeit von über 3 Stunden wollte ich auf der KD zumindest nicht in der Ergebnisliste stehen und mein Marathontraining,
welches am 8.8. beginnen soll, wollte ich auch nicht gefährden.
So packte ich am 1.8. um 7:45 meinen Nachbarn und Neu-Triathleten Sascha ins Auto und fuhr mit wenigen Ambitionen aber
trotzdem mit Vorfreude auf den Wettkampf bei leichtem Regen nach Mainz. In der Wechselzone war es recht eng, so dass ich
mich anders als gewohnt eingerichtet habe. Eigentlich war ich ja auf Neoverbot eingestellt, aber für die Jedermänner wurde der
Neo dann doch freigegeben, so dass ich mich entschied, diesen Vorteil auch zu nutzen. Dass es letztendlich eher ein Nachteil
für mich werden sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht ahnen. Ich freute mich darüber – neben clanless und
Sascha – noch andere bekannte Gesichter zu treffen und trottete nach einigen Schwätzchen um 9:20 zur Fähre.
Nach ca. 30 Minuten Fahrt am Startpunkt angekommen, quetschte ich mich komplett in meinen Neo. Puuhhh, meine Waage log
also nicht, ich hatte mein persönliches Wohlfühlgewicht deutlich überschritten und bekam in der Pelle leichte Atemnot. Vielleicht
hätte ich vor dem WK doch noch einmal mit Neo schwimmen sollen? Egal...der Rhein spült einen ja quasi wie von selbst zum
Ausstieg – dachte ich. Ich wollte mich als ganz passable Schwimmerin relativ weit vorne platzieren, ohne den Ligastarterinnen
in die Quere zu kommen. Da der Start aber auf einmal ziemlich plötzlich kam, gelang mir das nicht so recht. Nach dem
Startschuss dauerte es ein paar Sekündchen, bis ich an der Rampe war und mit gemischten Gefühlen hopste ich ins Wasser.
Obwohl sich das Schwimmerfeld sofort auseinander zog, fand ich keinen Schwimm-Rhythmus. Die Arme waren im Neo sehr
schwer und ich bekam nur schlecht Luft – ich vertrage es als Asthmatikerin einfach nicht, wenn sich mein Brustkorb
eingequetscht fühlt (Gedankennotiz – unbedingt 2 kg abnehmen). So musste ich tatsächlich ab und an zum Durchschnaufen
Brust schwimmen. Kurz vorm Schwimmende kam mir dann auch noch das DLRG Boot in die Quere…dachten die etwa sie
müssten mich retten? Meine Uhr zeigte beim Ausstieg 0:19 an und Sascha sagte mir später, ich wäre als ca. 48ste aus dem
Wasser gekommen – das kann ich deutlich besser…ich hatte mit einer 0:17 gerechnet und bei guter Strömung mit einer 0:16
geliebäugelt…egal.
Der Wechsel verlief aufgrund der Enge und eines recht widerspenstigen Neos etwas
unrund. Meinen Aufstieg aufs Rad fand ich dafür ein wenig eleganter als sonst (Danke an
taunusbiene fürs Anfeuern und fotografieren).
Etwas verunsichert darüber, was meine Beine heute wohl zu leisten bereit wären, ging ich
das Radfahren verhalten an. Nach 7km Einrollen ging es zum Auf und Ab in die Weinberge.
Ich fand keinen Rhythmus und dann kam irgendwann auch noch der fiese Berg, welcher
durchaus „Hammer“-Qualitäten hat. Den kannte ich zwar von meinem Start 2007, hatte ihn
aber irgendwie verdrängt . Trotzdem fuhr ich ihn recht zügig und wirklich am Anschlag hoch,
konnte dort auch 2 Frauen „einsammeln“. Oben angekommen rächte sich das allerdings und
die nun kommende leicht abfallende Tempostrecke bin ich nicht voll gefahren. Am Ende der ersten Runde war ich mit einem
28er Schnitt einigermaßen zufrieden und wollte auf der 2. Runde auf 29 erhöhen, was mir auch gerade so glückte. Insgesamt
habe ich auf der Radstrecke nur 1 Kampfrichter gesehen, ich muss aber sagen, dass die Athleten durchweg recht fair gefahren
sind.
Nun kam meine Angstdisziplin – das Laufen. Da die Laufstrecke einige Höhenmeter haben
sollte, ging ich mit einer großen Portion Respekt und blödem Zwicken in der rechten Wade
(sie hatte sich schon beim Radeln bemerkbar gemacht) auf die Strecke. Ich befürchtete, dass
ich eine Stunde für die 10km benötigen würde und war nach einigen Kilometern erstaunt,
dass ich - trotz leicht angezogener Handbremse - wohl einen ca. 5:30er Schnitt lief/joggte.
Auf der 2. Runde wollte ich nun versuchen noch etwas zuzulegen, da ich ja scheinbar doch
deutlich unter 3 Stunden bleiben könnte. Dabei kämpfte ich gegen aufkommende Krämpfe in
der Wade. Ich konnte trotzdem 2 Frauen überholen…das kommt bei mir nicht oft vor,
meistens werde ich beim Laufen „eingesammelt“. Total zufrieden und mit einem Lächeln im
Gesicht (siehe Beweisfoto) kam ich dann mit einer selbst gestoppten 2:51:40 ins Ziel…damit
hatte ich nicht gerechnet. Letztendlich reichte es zu einem 7. Platz in der AK40 – wow, die erste in meiner AK (Nicole Best) hat
eine 2:21 und war damit auch zweitbeste Frau insgesamt. Maike Krebs wurde mit 2:17 erste!! Selbst wenn alles optimal
gelaufen wäre, hätte ich höchstens den 6. Platz in meiner AK erreicht…die ersten 5 lagen zwischen 2:21 und 2:36!!!! Insgesamt
bin ich wohl 44. von gesamt 71 Finisherinnen (sofern ich richtig gezählt habe)…nicht so dolle.
Die Veranstaltung war insgesamt sehr schön, eine gute Orga und sehr gute Verpflegung im Ziel (viel unterschiedliches Obst,
Kuchen, und 4 verschiedene Getränke inkl. Erdinger alkfrei). Mir persönlich fehlte lediglich die Möglichkeit zu duschen…aber
das gibt die Örtlichkeit leider nicht her. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei, sofern es zeitlich passt.